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Akutbehandlung und Prophylaxe bei Migräne

Bei einem akuten Migräneanfall werden die Informationen der Nervenzellen über Botenstoffe übertragen, den so genannten Neurotransmittern. Serotonin ist so ein Neurotransmitter. Für gewöhnlich haben Migräniker weniger Serotonin im Blut als die meisten Menschen. Während einer Attacke allerdings wird weit mehr Serotonin freigesetzt, als dies sonst der Fall ist.

Der Überschuss des Botenstoffs sorgt dafür, dass sich die Gefäße weiten und Entzündungen entstehen. Normalerweise reguliert ein "Filter" unser Schmerzempfinden am Kopf, wodurch Schmerzreize blockiert werden. Nicht aber bei einer akuten Migräneattacke. Hier funktioniert dieser "Filter" nicht, im Gegenteil: Es kommt zu einer Schmerz-Überempfindlichkeit, einer Hypersensibilität an Nervenzellen - der Grund für den typisch heftigen Migräneschmerz!

Akutbehandlung bei einem Migräneanfall

Arzneiflashe mit Pillen
Migräne kann mit verschiedenen Medikamenten behandelt werden

 

 

Triptane - Balsam bei akuten Migräneattacken

Triptane sind Medikamente, die gezielt, schnell und effektiv gegen Migräne wirken und begleitende Symptome wie Übelkeit und Erbrechen bekämpfen. Triptane stehen seit 1990 zur Migränetherapie zur Verfügung, es gibt sie als Tabletten, Zäpfchen, Nasenspray oder in Form von Injektionen. Auch hier gilt: Je eher man Triptane im Verlauf einer Attacke einnimmt, desto besser wirken sie. Inzwischen gibt es auch zwei Triptane, die rezeptfrei in der Apotheke erhältlich sind.

Medikamente und Schmerzmittel bei Migräne

Sind die Migräneattacken nur leicht bis mittelschwer, so reichen häufig rezeptfreie Schmerzmittel (so genannte Analgetika) aus der Apotheke. Wirkstoffe wie Acetylsalicylsäure, Ibuprofen oder Paracetamol haben sich in diesen Fällen bei den meisten Patienten bewährt. Je eher die Schmerzmittel eingenommen werden, desto besser. Sollten sie keine Wirkung zeigen, darf man auf gar keinen Fall mehrere Schmerzmittel zusammen einnehmen. Besser: Einen Arzt aufsuchen und seine Beratung vorziehen. Er wird bei mittelschweren bis schweren Migräneanfällen so genannte Triptane verschreiben.

Prophylaxe bei häufiger Migräne

Migräneprophylaxe

Treten die Migräneattacken dreimal oder öfter im Monat auf, so ist eine medikamentöse Vorbeugung ratsam. Infolge häufiger Anfälle werden auch vermehrt Schmerzmittel eingenommen. Doch frei verkäufliche Schmerzmittel und Triptane dürfen nur an zehn Tagen im Monat eingenommen werden und auch möglichst nicht an mehr als drei Tagen hintereinander, sonst droht ein durch Medikamentenübergebrauch ausgelöster Dauerkopfschmerz.

Lesen Sie mehr über natürliche Behandlungsmethoden und wie sich Attacken vorbeugen lassen.

Betablocker & Antiepileptika

Schmerztherapeuten raten oftmals im ersten Schritt, über vier Wochen einen Migränekalender zu führen, um die Anfallfrequenz und den Erfolg oder Misserfolg der jeweiligen Attackenmedikation zu dokumentieren. Anschließend gelten Mittel wie Betablocker oder Antiepileptika als erste Wahl zur medikamentösen Prophylaxe. Patienten, bei denen diese keine Wirkung zeigen, rät man oft zu Antidepressiva, die zur zweiten Wahl der Prophylaxe zählen. Doch diese Substanzen rufen wiederum oftmals unerwünschte Nebenwirkungen hervor. So können Müdigkeit, Schwindel oder Magenschmerzen auftreten. Aber dennoch: Eine Migräneprophylaxe reduziert die Erregbarkeit der Nervenzellen des Gehirns und ihre Erfolgswahrscheinlichkeit liegt immerhin bei rund 60%.

Migravent

Zur diätetischen Behandlung
der Migräne

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