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Lebensfreude trotz Schmerz

Eine positive Lebenseinstellung bei häufigen Migräneattacken zu erhalten, ist eine große Herausforderung. Aber machbar.

In Deutschland sind mindestens acht Millionen Menschen von Migräne betroffen. Die meisten von ihnen fühlen sich durch die neurologische Erkrankung erheblich beeinträchtigt. Studien zeigen, dass die Lebensqualität durch Migräne sogar stärker abnimmt als durch andere chronische Erkrankungen wie Diabetes mellitus oder Bluthochdruck.

Denn Migräne-Patienten leiden nicht nur unter Kopfschmerzen, sondern auch an Vorurteilen der Umwelt und werden oft medizinisch nicht richtig behandelt. Hinzu kommt, die völlige Unberechenbarkeit der Migräneattacken. Sie können plötzlich eintreten und die betroffene Person komplett außer Gefecht setzen, sodass private Verabredungen oder auch Geschäftstermine ausfallen müssen.

So müssen sich Migräne-Patienten nicht nur mit der physischen Belastung auseinandersetzen, sondern haben gleichzeitig mit einer psychischen Belastung zu kämpfen.

Doch was kann man tun? Welche Möglichkeiten gibt es, seine Lebensfreude zu erhalten?

1. Offene Kommunikation

Zunächst ist es wichtig, dass Sie offen über ihre Krankheit sprechen. Migräne wird häufig nicht ernst genommen und den meisten ist der Unterschied zwischen anderen Kopfschmerzerkrankungen nicht bewusst. Dass Migräne nicht heilbar ist, ist kaum bekannt. Eine offene Kommunikation ist somit ein wichtiger Bestandteil, damit Außenstehende auch besser wissen, wie sie mit der Krankheit umgehen sollten.

Letztendlich ist es aber das Wichtigste, die Zuversicht und eine positive Einstellung nicht zu verlieren. Oft kann in der Tat eine kleine Veränderung eine große, positive Folge haben.

2. Strukturieren Sie den Rhythmus Ihres Tagesablaufs

Als Migräne-Patient sollten Sie darauf achten, ihren Tagesablauf so zu strukturieren, dass Migräneattacken nicht begünstigt werden. Wir raten:

  • Schlafen Sie regelmäßig und zu den gleichen Uhrzeiten. Versuchen Sie, immer zur gleichen Uhrzeit aufzustehen.
  • Essen Sie regelmäßig und zu den gleichen Uhrzeiten. Vermeiden Sie zuviel zu essen, ebenso wie strickte Nulldiäten, da sie den Körper zusätzlich belasten.
  • Trinken Sie ausreichend (1 Liter pro 30 Kilogramm Körpergewicht pro Tag).
  • Betreiben Sie regelmäßig leichten Ausdauersport (wenigstens einmal pro Woche). Die Wirkung von Sport in der Prophylaxe der Migräne ist wissenschaftlich belegt.
  • Führen Sie einen Kopfschmerzkalender, das hilft die Migräneattacken besser zu erkennen und langfristig meiden zu können.

3. Gemeinsam stark

Die Selbsthilfegruppen der MigräneLiga e.V. Deutschland oder Kopfschmerzforen können ein wichtiger und starker Anker für Migräne-Patienten werden. Hier trifft man sich mit Menschen, die genau wissen, was es heißt, unter Migräne zu leiden. Hier erfährt man von neuen Therapien und Vorbeugungsmöglichkeiten, die vielleicht bis dahin unbekannt waren. Und hier erfährt man die Namen von Therapeuten, die sich wirklich mit Migräne auskennen. Hier kann man seine Geschichte erzählen, erfährt Beistand und Mitgefühl, entwickelt gemeinsam Lösungsmöglichkeiten. Durch die Arbeit in der Gruppe lassen sich neue Bewältigungsstrategien für das Problem entwickeln. Dabei wird zugleich die soziale Isolierung, in die sich der Migränekranke allzu oft zurückzieht, aufgegeben, werden Ängste abgebaut und eine neue Selbstsicherheit gewonnen - nicht nur für den Umgang mit dem Therapeuten, sondern auch im eigenen Bereich: Die Gruppe gibt dem einzelnen Mut und Kraft, sich neue Lebensinhalte und neue Perspektiven zu erschließen.

Letztendlich ist das Wichtigste jedoch, die Zuversicht und eine positive Einstellung nicht zu verlieren. Oft kann in der Tat eine kleine Veränderung eine große, positive Folge haben.

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