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Gesundheits-Lexikon

Migräne in der Schwangerschaft

Dass eine Migräne in der Schwangerschaft erstmalig auftritt, ist ein eher seltenes Phänomen. Die meisten betroffenen Frauen leiden schon vor der Schwangerschaft unter Migräne.

Mehr als die Hälfte der Betroffenen haben in der Schwangerschaft deutlich weniger Migräne und genießen diese Zeit auch aus diesem Grund besonders.

Bei dem anderen Teil der Schwangeren kommt es dagegen zu einer Verschlechterung der Migräne. Im ersten Schwangerschaftsdrittel nehmen die Schmerzanfälle bereits zu. Diese Veränderung steht vermutlich im Zusammenhang mit dem veränderten Östrogenhaushalt in der Schwangerschaft.

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Arzneiflashe mit Pillen
Medikamente bei Migräne in der Schwangerschaft

Migräne-Medikamente in der Schwangerschaft

Frauen in Schwangerschaft und Stillzeit sollten jegliche Einnahme von Medikamenten mit dem Arzt abstimmen. Zur Verträglichkeit und Wirksamkeit von Medikamenten in der Schwangerschaft liegen nur wenige Daten vor.

Triptane sind in der Schwangerschaft offiziell nicht zugelassen. In der Stillzeit ist zu beachten, dass Triptane in die Muttermilch übergehen und daher eine entsprechende Stillpause über mindestens 12 bis 24 Stunden empfohlen wird.

Als Akutmedikation bei Schwangeren ist das Schmerzmittel Paracetamol in den ärztlichen Leitlinien der Deutschen Gesellschaft für Neurologie (DGN) aufgeführt. Allerdings gab es in neuerer Zeit Warnungen vor Paracetamol in der Schwangerschaft. Grund hierfür ist ein möglicher Zusammenhang zwischen der Einnahme und einem erhöhten Risiko für Asthma bei Neugeborenen. Im Zweifelsfall sollte man daher auf Schmerzmittel in der Schwangerschaft verzichten.

Was tun bei Migräne in der Schwangerschaft?

Nichtmedikamentöse Verfahren

In der Schwangerschaft spielen naturgemäß nichtmedikamentöse Verfahren zur Migränevorbeugung (geregelter Schlaf-wach-Rhythmus, Entspannungsverfahren) eine große Rolle.

Migränekranke Frauen mit Kinderwunsch können sich entsprechend vorbereiten und am besten schon vor Eintritt der Schwangerschaft Entspannungsverfahren wie Muskelrelaxation nach Jacobson, Yoga oder Qi Gong erlernen. Weitere Möglichkeiten sind Biofeedback und Akupunktur.

Migräneprophylaxe in der Schwangerschaft

Aufgrund seiner guten Verträglichkeit ist Magnesium in der Schwangerschaft erlaubt. Während dieser Zeit besteht sogar meistens ein erhöhter Bedarf an dem Mineralstoff. Dennoch sollte die Zufuhr von Magnesium mit dem behandelnden Arzt besprochen werden, da die Substanz die Wehentätigkeit beeinflussen kann.

Zur Vorbeugung stehen in der Schwangerschaft notfalls Betablocker (Metoprolol) zur Verfügung, die vom Arzt nach sorgfältiger Abwägung verschrieben werden können.